Refresh

 ETIT News am


Big_thumb_stefanhell

Nobelpreisträger Stefan Hell an der TU Wien

Durch seine neue Mikroskopie-Methode können bessere Auflösungen erreicht werden, als man je für möglich gehalten hätte. Am 3. September hält Stefan Hell einen Vortrag an der TU Wien.

Wer ein Mosaik aus zentimetergroßen Steinen baut, kann damit keine millimeterfeinen Details darstellen. Ähnliches gilt normalerweise in der Mikroskopie: Über ein Jahrhundert lang dachte man, dass sich mit einem Mikroskop keine Objekte auflösen lassen, die kleiner sind als die Hälfte der Wellenlänge – bei sichtbarem Licht etwa 200 Nanometer. In den Neunzigerjahren gelang es allerdings Stefan Hell und anderen, dieses vermeintliche Naturgesetz zu überlisten, und 2014 erhielt er dafür den Nobelpreis für Chemie.

Am 3. September um 11:00 wird Stefan Hell an der TU Wien (Kuppelsaal, Karlsplatz 13, bzw. Live-Streaming im Hörsaal EI7, Gusshausstraße 27-29) über seine Entdeckungen sprechen. Seinen Vortrag „Nanoscopy with focused light“ hält er im Rahmen der „Future Technology Lectures“ der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik.

Fluoreszierende Moleküle
In der Fluoreszenzmikroskopie werden spezielle Moleküle mit Laserstrahlen zum Leuchten angeregt. Durch die Kombination zweier Laserstrahlen lässt sich erreichen, dass man nur Moleküle in einem winzigen, genau bekannten Bereich anregt, der deutlich kleiner ist als die Wellenlänge des Lichts. Die Fluoreszenz des Objektes wird Punkt für Punkt gemessen und am Ende zu einem hochauflösenden Bild zusammengesetzt.

Mit diesem Trick gelang es, die Lichtmikroskopie in den Nanometer-Bereich vordringen zu lassen. Speziell für Anwendungen in Biologie und Medizin wird Fluoreszenzmikroskopie heute häufig verwendet.

Stefan Hell ist Direktor des Max Planck Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen (Deutschland). 2014 erhielt er gemeinsam mit Eric Betzig und William Moerner den Nobelpreis.
Nanoscopy with focused light
Prof. Stefan Hell
Donnerstag, 3. September 2015, 11:00 s.t.
Kuppelsaal, Karlsplatz 13,
Videostreaming im Hörsaal EI7, Gusshausstraße 27-29

[1] Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Comments:..0