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Fakten zur STEOP & Zugangsbeschränkungen

Aus aktuellen Anlass wollen wir hier Fakten zur StEOP und zur 14H-Regelung (Zugangsbeschränkungen) darlegen:

-) Das IHS, Institut für Höhere Studien, hat eine Studie zur StEOP durchgeführt. Daraus ist zu entnehmen, dass die StEOP weder zu erhöhten Studienwechsel noch signifikanten Änderungen in den Fortsetzungsmeldungen führt. D.h. die Ziele werden nicht erreicht, allerdings soll die StEOP weiterhin existieren, um sie in ein paar Jahren erneut zu evaluieren. (1)

-) Das IHS hat außerdem die 14H-Regelung evaluiert. Es ist daraus zu entnehmen, dass zwar im ersten Jahr ein Rückgang der begonnenen Studien stattfand, dies jedoch bereits im zweiten Jahr wieder anstieg. Über die Änderung der sozialen Durchmischung der vor zwei Jahren dazugekommenen Studiengängen kann noch nicht viel ausgesagt werden, daher wird eine Verlängerung explizit vorgeschlagen. Allerdings wurde nachgewiesen, dass die soziale Durchmischung in der Medizin gefallen ist.(2) (3)

-) 2010 wurden 463.081,55€ vom BMWF in die MINT-Kampagne investiert (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), um Anreize zu schaffen indirekt die AbsolventInnenenanzahl von naturwissenschaftlichen Studien zu steigern. Fünf Jahre später sind von den MINT-Fächern bereits folgende zugangsbeschränkt: Informatik, Biologie (einschl. Molekularbiologie), Ernährungswissenschaften und Pharmazie. Chemie und verwandte Fächer sollen nun auch in den zweifelhaften Genuss kommen, zugangs_beschränkt zu werden. (4)

-) Begründet durch die niedrige AbsolventInnenanzahl in Österreich wurde "Chemie ist in" gestartet. Diese Kampagne des Fachverbands chemischer Industrie in Österreich sollte MaturantInnen und junge Menschen dazu bewegen eine Ausbildung im Bereich Chemie anzustreben. (5)

-) Durch bereits vorhandene Zugangsbeschränkungen in Medizin, VetMed, Biologie und Pharmazie entstehen Verdrängungsprozesse, die direkt dazu führen, dass das Studienfach Chemie in den ersten Semestern künstlich überlastet wird. Dies wird wiederum als Rechtfertigung herangezogen um eine Zugangsbeschränkung im Studienfach Chemie einzuführen. Somit ist es offensichtlich, dass diese Art der Symptombekämpfung schlussendlich zu bundesweiten Zugangsbeschränkungen auf allen Universitäten führen soll. (2a)

-) Erfahrungswerte aus dem Bachelorstudium Biologie (Studienplan 2010/11) zeigen, dass die quantitativen Zugangsbeschränkungen auf die Kompetenzen der einzelnen Studierenden nicht in angemesser Weise eingehen. Hier stellt sich die Frage, auf welcher argumentativen Grundlage junge Menschen aus einem Studium ausgeschlossen werden.

-) Auf politischen Druck wurden verschiedene Ebenen an Zugangsbeschränkungen in einen curricularen Rahmen gezwängt, welcher in der Praxis große Schwierigkeiten für die Studierenden bereitet hat ohne die gesteckten Ziele zu erreichen. Diese Tatsache ist im StEOP Evaluierungsbericht klar ersichtlich und wird trotzdem weitgehend ignoriert. (1) (6)

-) Die OECD Studie "Education at a glance" ("Bildung auf einem Blick") stellt in ihrem Bericht klar, dass der österreichische Staat - im Gegensatz zur medialen Darstellung - durch das nachfolgende Steueraufkommen von Studienbeginnern einen Gewinn erwirtschaftet (7).

-) Bereits 2008 wurde vom Nationalrat beschlossen, dass bis 2015 2% des Bruttoinlandproduktes in die Hochschulfinanzierung fließen soll. Bis heute wird die Durchsetzung dieses Beschlusses hinausgezögert. (8)

Daher rufen die beteiligten HochschülerInnenschaften am 9. Juni zu einem österreichweiten Aktionstag gegen Zugangsbeschränkungen auf.(9)

(1) https://www.ihs.ac.at/fileadmin/public/media_corner/user_upload/StEOP_Eval_Endbericht.pdf
(2) https://www.ihs.ac.at/fileadmin/public/media_corner/user_upload/Evaluierung14h_Endbericht.pdf
(2a) S. 22, S. 60/61 Detailanalyse
(3) http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150528_OTS0242/uni-zugang-kuntzl-gegen-reflexartiges-einfuehren-neuer-zugangsbeschraenkungen
(4) https://twitter.com/hashtag/MINT?src=hash (‪#‎MINT‬)
(5) http://chemie-ist-in.at
(6) http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/4741446/Uni_Mitterlehner-will-weitere-Zugangsbeschraenkungen?direct=4741933&_vl_backlink=%2Fhome%2Fbildung%2Funiversitaet%2F4741933%2Findex.do&selChannel&from=articlemore
(7) http://www.oecd.org/edu/Education-at-a-Glance-2014.pdf (S, 171)
(8) http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/A/A_00848/index.shtml
(9) http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150602_OTS0059/studienvertretungen-verurteilen-mitterlehners-plaene-zugangsbeschraenkungen-sind-keine-loesung

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