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Nachruf Robert Schawarz

Tief betroffen geben wir Nachricht, dass Dipl.-Ing. Dr.techn. Robert SCHAWARZ von uns gegangen ist.

Unser Kollege und Freund Robert Schawarz ist voller Willens- und Schaffenskraft unerwartet in Wien verstorben. Er war Wiener des Jahrganges 1948, hochbegabt für den Ingenieurberuf, aber auch vielseitig talentiert. Das Ingenieurstudium der Elektrotechnik absolvierte er an der TH, später TU Wien und schloss es zunächst mit dem Diplom 1972, dann mit dem Doktorat 1978 ab. Die Dissertation markierte einen ersten Höhepunkt in seinem Berufsleben: Er untersuchte die Lawinenlaufzeitdiode aus Galliumarsenid mit dem Ziel, Millimeterwellen in einem Bereich zu erzeugen, den große Teile der Fachwelt damals für unzugänglich hielten. Sein Doktorvater Hans Pötzl war optimistischer, und Robert Schawarz rechtfertigte diesen Optimismus durch die Realisierung eines Generators, dessen Grenzfrequenz einen Weltrekord darstellte.

Das erschien als glänzender Anfang einer wissenschaftlichen Laufbahn, aber Robert Schawarz hatte eine Liebe zur Administration entwickelt. Nach einem zweijährigen Aufenthalt im Forschungslaboratorium der Fa. Siemens in München kehrte er an die TU Wien zurück und übernahm die Verwaltung eines großen Institutes, sehr zum Segen des Vorstandes, der sich dadurch den Aufgaben von Lehre, Forschung und Akquisition von Drittmitteln widmen konnte, aber auch sehr zum Nutzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Institut, denen Robert Schawarz stets mit Rat und Tat zur Seite stand.

Und dieser Rat wurde auch außerhalb der TU Wien gesucht: Seit 1989 war Robert Schawarz für Coverdale beratend tätig, seit 1994 ist er Partner dieser Firma gewesen. In Zusammenarbeit mit Coverdale wurde Robert Schawarz an der TU Wien und weit darüber hinaus als Trainer und Coach für die Personalentwicklung bekannt. Aufgrund seiner eigenen Erfahrungen in Forschung und Lehre, kombiniert mit seinem Know-how als Berater in der Privatwirtschaft, war er nicht nur in der Lage, die Anliegen von Anderen mit großer Empathie nachzuvollziehen, sondern hat darüber hinaus durch das Einbringen neuer Facetten so manchen sanften Perspektivenwechsel ermöglicht. Der achtsame Umgang miteinander, insbesondere bei anspruchsvollen Themen wie Verhandlung oder Konflikten, war ihm dabei ein besonderes Anliegen.

Nicht unerwähnt soll sein jahrzehntelanges Wirken in der Gesellschaft für Mikro- und Nanoelektronik bleiben, in der er nahezu seit ihrer Gründung in den 1980-er-Jahren als Kassier wirkte.
Das Lebenswerk von Robert Schawarz wurde gekrönt durch die Verleihung des Berufstitels „Professor“ durch den Bundespräsidenten im Jahr 2004.

Robert Schawarz war begeisterter Sportler, und viele, die mit ihm befreundet waren, erinnern sich gerne der schönen Stunden, die sie bei gemeinsamen Sport-Aktivitäten mit ihm verbringen durften. Uns allen galt seine Freundschaft viel, sein Lachen hallt lange nach. Der Kochlöffel war ihm nicht fremd, Terpsichore stand ihm nahe. Vorbildlich war seine Fürsorge für seine Familie, der in dieser schwierigen Zeit unser tief empfundenes Mitgefühl gilt.